Review: Beck – RIDE LONESOME: Mutations-Erbe, neu besiedelt

Neue Nuancen im cineastischen Cowboy-Kammer-Pop sind nicht ganz auszuschließen.
Bereits der Jimmy Webb und Glen Campbell evozierende Titeltrack versprach als Vorbote für RIDE LONESOME Großes. Schließlich hörte man darauf wieder jenen melancholischen, zwischen Folk, Country und filmmusikalischen Gestus changierenden Beck. Wer sich im Anschluss daran Hoffnungen auf ein ganzes Album in der Tradition von MUTATIONS, SEA CHANGE oder MORNING PHASE gemacht hat, darf hiermit frohlocken: RIDE LONESOME reiht sich stilistisch, qualitativ und personell genau in diese Folge ein.
Von Beck persönlich produziert sowie von Nigel Godrich gemischt, versammelt Herr Hansen das vertraute wie bewährte Kernband-Koryphäen-Ensemble besagter Werke abermals um sich. Was neue Nuancen im cineastischen Cowboy-Kammer-Pop allerdings nicht ausschließt. So kann „Disappearing Act“ seine leichte Folk-Grunge-Tendenz genauso wenig verleugnen wie „Bleed“ den unterschwelligen Pink-Floyd-Faktor.
„Slow Canyon“ indes klingt mit leichtfüßiger Drum-Dramaturgie und einem durch das Brian-Wilson-Byrds-Zeitlupen-Kontinuum navigierenden Beck traumhaft psychedelisch. „Falling Through My Hands“ vereint wiederum spieluhrhafte Melodik und eine spartanisch spanische Akustikgitarren-Solo-Miniatur mit ausleitender Mundharmonika. Und zu guter Letzt demonstrieren „If You Don’t Know What Love Is“ und „Beyond The Light“ einfach nur noch zeitlose Meisterklasse.
Frank Thiessies schreibt für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.
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